|
|
|
|
There are no translations available. Geschichte des Instituts Das LBI für Kriegsfolgen-Forschung (BIK), Graz – Wien – Klagenfurt, wurde 1993 von Univ.-Prof. Dr. Stefan Karner geründet und ist seither unter seiner Leitung. Stellvertretende Leiterin des Instituts ist Mag. Dr. Barbara Stelzl-Marx. Das Institut beschäftigt durchschnittlich rund zehn wissenschaftliche Mitarbeiter und projektabhängig zusätzlich rund 20 bis 40 Mitarbeiter über Werkvertrag. Es ist in der Verflechtung das größte Institut des Clusters und entfaltet eine besonders große Breitenwirkung in der in- und ausländischen wissenschaftlichen Forschung, aber auch im öffentlichen Bereich. Über 2000 Pressemeldungen allein zwischen 2005 und 2008 zeugen davon. Forschungsziel des Instituts ist eine interdisziplinäre Erforschung der Auswirkungen von Kriegen und Konflikten im weitesten Sinne. Dazu zählen politische, gesellschaftliche, ökonomische, soziale, kulturelle und humanitäre Aspekte, wie Fragen von Flüchtlingen, Asylanten, zivilen Zwangsarbeitern oder Kriegsgefangenen. 2005–2008 arbeitete das BIK mit seinen Mitarbeitern an über 15 wissenschaftlichen Projekten gleichzeitig, darunter etwa mit den traumatisierten Kindern in der Schule von Beslan (nach dem Terroranschlag von Tschetschenien), in Berg Karabach, in Lettland und zum Thema des „Prager Frühlings" in den zentralen Archiven in den USA, Moskau und London, wozu das BIK ein großes internationales Forschungsnetzwerk leitete. Durch die teilweise Öffnung sowjetischer/russischer Archive 1990/91 konnte Stefan Karner als erster westlicher Wissenschaftler Zugang zu Akten massiven des NKVD/MVD und des Geheimdienstes zu Fragen von Kriegsgefangenen, Internierten, zu Strafverfahren, zum KP-Herrschaftsapparat erhalten. Auf dieser Materialbasis und den ersten Projekten wurde 1993 das BIK gegründet, das sich zunächst der Untersuchung des Themenfeldes Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion widmete und in diesem Bereich eine europaweite Themenführerschaft übernahm. Ergänzend entwickelten sich weitere Forschungsfelder wie etwa ein Vergleich totalitärer Systeme, die Untersuchungen zur Repression und zur Gerichtspraxis in der Sowjetunion, ein Projekt zu österreichischen Stalinopfern, die 1950–1953 in Moskau erschossen wurden. Dazu kamen große Forschungsprojekte zur Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft im „Dritten Reich" (insbesondere im Stalag XVII B Krems-Gneixendorf). Nach Abschluss der im Auftrag der Österreichischen Historikerkommission durchgeführten zwei Projekte zur „Zwangsarbeit in der Land- und Forstwirtschaft" wird die Bearbeitung dieses Themenfeldes weitergeführt. Dank der über beinahe zwei Jahrzehnte aufgebauten guten Kontakte zu russischen Archiven und Forschungsinstitutionen konnte der Forschungsschwerpunkt „Die Rote Armee in Österreich 1945–1955" aufgebaut werden. Auf das 2005 mit der Herausgabe zweier Bände abgeschlossene Projekt folgten u. a. Forschungsprojekte zu wirtschaftlichen Kriegsfolgen der sowjetischen Besatzung in Österreich sowie ein APART-Stipendium der ÖAW (Barbara Stelzl-Marx). Aus letzterem entwickelte sich auch der Stelzl-Marx geleitete Forschungsschwerpunkt „Besatzungskinder". In den Jahren 2006 bzw. 2007 wurden in Kontinuität zu den bisherigen Schwerpunkten neue Forschungsinitiativen gesetzt, so etwa zur Stalin-Note (1952) oder zum Krisenjahr 1968 („Prager Frühling"), wobei dieses Forschungsprojekt 2008 mit einer erfolgreich durchgeführten internationalen Konferenz in Wien und Graz seinen Abschluss fand. Als Ergebnis der Forschungsarbeit wurde ein umfangreiches zweibändiges Werk (mit rund 2300 Seiten) publiziert. Dieser Fokus auf den jüngeren Kalten Krieg soll in den nächsten Jahren verstärkt weiter verfolgt werden. So begannen Ende 2008 die Arbeiten am internationalen Forschungsprojekt „Der Wiener Gipfel 1961: Kennedy – Chrušcev". Das Institut ist in Forschung und Lehre mit der Universität Graz eng verbunden. Zahlreiche gemeinsame Konferenzen und eine Ausstellung („Ungarn 1956") zeugen davon. Es bietet teilweise auch jungen angehenden Wissenschaftlern Arbeits- und Praktikumsplätze. Das BIK hat seit 1993 über 20 große, internationale Konferenzen und Symposien in Österreich, Russland, den USA, Deutschland und Tschechien veranstaltet, zahlreichen Tagungen mitveranstaltet und wirkte an über 50 wissenschaftlichen Konferenzen aktiv mit. Das BIK hat in diesem Zeitraum vier große Ausstellungen (zweimal auf der Schallaburg: „Menschen nach dem Krieg" und zum österreichischen Staatsvertrag, in Graz zur NS-Zeit und in Fehring zu Österreich – Ungarn – Slowenien geleitet und mitgetragen.) Aktuell leitet Stefan Karner gemeinsam mit dem Direktor des ÖStA eine Ausstellung über die Republik Österreich im Parlament („90 Jahre Republik") und bereitet die große bilaterale Niederösterreichische Landesausstellung („Österreich – Tschechien") vor, die im April 2009 eröffnet wird. Die Mitarbeiter am BIK haben eine umfangreiche Publikationstätigkeit im In- und Auslandland. Der Widerhall in internationalen Medien ist gewaltig und füllt pro Jahr mehr als einen dicken Ordner. Das Institut gibt mehrere wissenschaftliche Publikationsreihen heraus. Es zählt zu den profiliertesten und bekanntesten Forschungseinrichtungen im deutschen Sprachraum. Geschichte-Cluster 2005 wurde der „Cluster-Geschichte" der Ludwig Boltzmann Gesellschaft gegründet, der aus folgenden Ludwig Boltzmann-Instituten besteht:
Der Cluster-Geschichte wird sich mit der Erforschung und Vermittlung der europäischen Geschichte, fokussiert auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts beschäftigen. Sein Ziel ist es, Defizite der universitären historischen Forschung in Österreich durch langfristige Grundlagenforschung zu bearbeiten. Gemeinsamer Arbeitsbereich des Cluster-Geschichte: In der österreichischen und gesamten europäischen Geschichte gelten die beiden Weltkriege, die Krisen der Demokratien und die unterschiedlichen Formen von Diktaturen (Faschismus, Autoritarismus, Kommunismus), Holocaust, Genozide und massenhafte Verfolgung von ethnischen, religiösen, sozialen und politischen Gruppen als zentrale und epochenbestimmende Ereignisse im 20. Jahrhundert. Davon werden im heutigen Europa nicht nur wesentliche struktur- und mentalitätsgeschichtliche Muster, sondern bis nahe an die Gegenwart auch vielfältige individuelle und kollektive Erinnerungen, kulturelle Gedächtnisproduktionen, Vergangenheitspolitiken und nationale Identitäten geprägt. Nur von diesen katastrophischen Kontrasterfahrungen sowie den politischen, wirtschaftlichen, humanitären und gesellschaftlichen Folgen von Krieg und Gewalt her lassen sich heutige Demokratieverständnisse und -praxis, Menschenrechtspolitik und internationale Interventionen verstehen und massenkulturelle wie mediale Vereinfachungen und Trivialisierungen als solche erkennen und korrigieren. Auf diese gesellschaftsrelevanten Forschungsfragen und deren methodologische Bewältigung haben bisher schon die im Cluster zusammenarbeitenden LBIs ihr Augenmerk gerichtet, große Erfahrung und internationale Anerkennung erworben. Diese Forschungsfragen stehen auch bis 2008 im Zentrum der Forschungen der Institute dieses Clusters. Das Institut hat mit zahlreichen wissenschaftlichen Institutionen im In- und Ausland (v. a. in Russland und in den USA) intensive Kontakte und Partnerschaft.
Struktur des Instituts Forschungsziel des 1993 gegründeten Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung (BIK) ist eine interdisziplinäre Erarbeitung der Auswirkungen von Kriegen und Konflikten im weitesten Sinne. Dazu zählen staatliche, gesellschaftliche, ökonomische, soziale, humanitäre und kulturelle Aspekte ebenso wie Fragen zu Flüchtlingen, Asylwerbern, zivilen Zwangsarbeitern oder Kriegsgefangenen. Vier Bereiche des Instituts
|
| Last Updated on Friday, 27 August 2010 09:31 |





