Konferenz:

 

Gefallen - Gefangen - Begraben

Zahlen und Fakten zu sowjetischen und deutschen Opfern des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit

Von 6. Juli 2010 bis 9. Juli 2010 veranstaltet die Dokumentationsstelle Dresden zusammen mit dem Museum Berlin-Karlshorst, dem Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, der Dokumentationsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, dem Hanna Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine internationale Konferenz zum Thema "Gefallen - Gefangen - Begraben". Auf dieser referieren Historiker aus Deutschland, Österreich, Russland, Weißrussland und der Ukraine zu den militärischen wie zivilen Opfern auf deutscher und sowjetischer Seite sowie dem Schicksal deutscher, österreichischer und sowjetischer Kriegsgefangener.

Außenstelle:

Neue Instituts-Außenstelle in Raabs/Thaya

Im Lindenhof in Raabs, einem der drei Standorte der Niederösterreichischen Landesausstellung 2009, wurde eine neue Außenstelle des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung eröffnet. Damit wird dieses Gebäude einer Nachnutzung zugeführt. Die neue Außenstelle wird sich vor allem dem Them "Grenze" widmen. Betreuer der Außenstelle ist Mag. Philipp Lesiak.

Die Aktivitäten der Außenstelle
• Etablierung und Pflege eines starken "mitteleuropäischen" Forschungsnetzwerkes.
• Bereitstellung von Kompetenzen zur Durchführung grenzübergreifender Forschungsaktivitäten.
• Integration junger österreichischer Akademiker in einen modernen Forschungsbetrieb.
• Durchführung wissenschaftlicher Workshops, Tagungen, Konferenzen.
• Publikationstätigkeit, sowohl wissenschaftlich als auch im pädagogischen Bereich.
• Schul-/Schüleraktionen.
• Durchführung von Vortragsreihen für die Öffentlichkeit (Verquickung von Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft).

Neuerscheinung:

Österreichische Juden in Lettland

Flucht - Asyl - Internierung

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich 1938 konnten zumindest 365 Juden bis 1940 aus Wien in das damals noch freie Lettland fliehen. Darunter befanden sich mindestens 219 ehemals österreichische Staatsbürger. In Lettland versuchten sie die Einreiseerlaubnis in Drittstaaten zu erhalten, was in einigen Fällen auch gelang. Der Einmarsch der Roten Armee in Lettland im Sommer 1940 verschärfte die Lage dieser Flüchtlinge. Als deutsche Staatsbürger waren sie anfänglich geduldet, später wurden sie nach Sibirien und Kasachstan deportiert, dort musste sie jahrelang Zwangsarbeit verrichten. Erst 1947 wurden sie nach Österreich entlassen, viele emigrierten anschließend in andere Länder.

Der Band wurde am 26. Mai im Niederösterreich-Haus in Wien präsentiert. Details zur Präsentation: pdf-Dokument. Am 18. Juni wurde er in Lettland präsentiert, weitere Informationen: pdf-Dokument.

Ausstellung:

Nordberg. Der Weg in den Weltraum

16. April bis 31. Oktober 2010 im Gerberhaus, Fehring

Der steirische Physiker Willi Nordberg (1930–1976) machte in den 1960er und 1970er Jahren Karriere bei der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA. Als wissenschaftlicher Direktor war er maßgeblich an der Entwicklung der ersten Wetter- und Beobachtungssatelliten beteiligt. Zum Anlass seines achtzigsten Geburtstages veranstaltet seine Heimatgemeinde Fehring die Ausstellung “Nordberg. Der Weg in den Weltraum“. Wissenschaftliche Kooperationspartner sind das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Biografie des Physikers Dr. Nordberg. An seiner Geschichte kann die dramatische Biografie eines talentierten jungen Mannes gezeigt werden, der in den Wirren des Zweiten Weltkrieges aufwuchs und in den 1950er Jahren die große Chance witterte, im Schatten des Wettrüstens im Kalten Krieg seine wissenschaftlichen Visionen zu verwirklichen: die friedliche Nutzung der Weltraumforschung für die Menschheit. 1976 starb Nordberg im Alter von nur 46 Jahren an Hautkrebs – seine wissenschaftlichen Leistungen sind bis heute international anerkannt.

Humanitäre Kriegsfolgen:

Übergabe von Daten und Grablagen von über 25.000 sowjetischen Kriegstoten in Österreich an Russland

Bundesministerin Maria Fekter und Stefan Karner übergaben am 14. April 2010 dem Botschafter der Russischen Föderation, Sergei Jurevich Nechaev als erste Tranche detaillierte Daten zu rund 25.000 Sowjetbürgern, die in Österreich bestattet sind. Eine zweite, abschließende Tranche wird voraussichtlich im Frühsommer der russischen Regierung in Moskau überreicht werden. Österreich ist damit der erste und bislang einzige Staat, der den auf seinem Gebiet gestorbenen Sowjetbürgern des Zweiten Weltkrieges ihre Namen und ihre Identität zurückgibt.

Auf Basis der Arbeiten im Gelände, auf Friedhöfen, in österreichischen und russischen Archiven und mit Zeitzeugen vor allem von Peter Sixl und Institutsmitarbeitern zusammen getragenen Informationen konnten bislang die Namen, Personaldaten, Sterbedaten und Grablagen von rund 50.000 Sowjetbürgern erhoben und verzeichnet werden.

Neuerscheinung:

Gedenkbuch der kasachischen Kriegstoten in Österreich

Unter der Leitung von Peter Sixl ist ein weiteres Gedenkbuch erschienen, nun für die kasachischen Kriegstoten in Österreich. Das Buch wurde mit Unterstützung der Botschaft der Republik Kasachstan in Österreich erstellt. Das Buch ist erhältlich unter: bik-graz@bik.ac.at

Peter Sixl, Gedenkbuch der kasachischen Kriegstoten in Österreich. Unter Mitarbeit von Leila Ashimzhanova, Veronika Bacher, Adil Bekov und Tauboldy Umbetbayev.

Buchpräsentation:

Aktuelle Sicherheitspolitik der Europäischen Union

Auf Initiative der Direktion für Sicherheitspolitik (Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, BMLVS) entstand mit diesem Buch eine umfassende Darstellung der aktuellen sicherheitspolitschen Debatte mit Fokus auf die Europäische Union. Das Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung ist Kooperationspartner des BMLVS und seit mehreren Jahren in der aktuellen sicherheitspolitischen Forschung involviert und lieferte zum vorliegenden Band eine Analyse der aktuellen Situation im Bergkarabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan. Der Band wird am 3. März 2010 präsentiert, nähere Informationen siehe: pdf-Dokument (36 kb).

Johann Pucher – Johann Frank (Hg.), Strategie und Sicherheit 2010. Das strategische Profil der Europäischen Union.

Neuerscheinung:

The Prague Spring and the Warsaw Pact Invasion of Czechoslovakia in 1968

Ein Dutzend europäischer und US-amerikanischer Historiker untersuchen das Jahr 1968 im Kontext neuer Dokumente. Dabei wird besonders die Rolle der USA beleuchtet. Das Buch kann über Lexington Books oder amazon.com bezogen werden.

Stefan Karner - Günter Bischof - Peter Ruggenthaler (Ed.), The Prague Spring and the Warsaw Pact Invasion of Czechoslovakia in 1968. The Harvard Cold War Studies Book Series. Lanham – Boulder – New York – Toronto – Plymouth 2009.

Inhaltsverzeichnis

„Of the many books that have been trying to look at the 1968 Czechoslovak crisis from different perspectives, this is the first one to do so in a balanced way while using substantive new evidence as well.“ (Vojtech Mastny)

Neuerscheinung:

La Primavera di Praga

Auf der Basis einer gemeinsamen Konferenz mit italienischen Kollegen im Juni 2008 in Sizilien erschien dieser Beitragsband in Zusammenarbeit mit Pasquale Fornaro (Universität Mesina) und Viktor Zaslavsky (Luiss Universität Rom). Der Hannah Arendt-Preisträger Zaslavsky ist leider im November 2009 verstorben.
Der Band enthält Beiträgen von Stefan Karner, Michail Prozumen¨cikov, Victor Zaslavsky, Peter Ruggenthaler u.v.m.

Santi Fedele - Pasquale Fornaro (Hg.), La primavera di Praga. Quarant’anni dopo, Soveria Mannelli 2009.

Neuerscheinung:

Der Prager Frühling in den westlichen Sowjetrepubliken

Die Projektmitarbeiter Igor´ Krjuckov und Natal´ja Krjuckova, Universität Stavropol´, haben die Beiträge des in der deutschen Gesamtausgabe publizierten Kapitels über den „Prager Frühling“ in den westlichen Sowjetrepubliken in russischer Sprache als Buch veröffentlicht.
Mit Beiträgen zu den Reaktionen auf den "Prager Frühling" und seine gewaltsame Niederschlagung in Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Ukraine, im Nordkaukasus und Aserbaidschan.

Gründung:
Forschungsverbund Europäische Zeitgeschichte gegründet

Am 28.9.2009 haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um die zeitgeschichtliche Forschung der von ihnen repräsentierten Institutionen zu bündeln. Dem Forschungsverbund Europäische Zeitgeschichte (FEZ) gehören bislang an: Stefan Karrner (Direktor des Ludwig Boltzmann-Institutes für Kriegsfolgen-Forschung Graz-Wien und Stv. Vorstand des Institut für Wirtschafts-, Sozial und Unternehmensgeschichte der Karl-Franzens-Universität Graz), Hélène Miard-Delacroix (Prof. für Civilisation de l'Allemagne contemporaine an der Université Paris-Sorbonne), Horst Möller (Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin), Aram Mattioli (Prof. für Geschichte der Neuesten Zeit an der Universität Luzern), Gian Enrico Rusconi (Direktor des Centro per gli Studi Storici Italo-Germanici an der Fondazione Bruno Kessler Trento).

Der Forschungsverbund beschäftigt sich mit der Europäischen Zeitgeschichte nach 1945. Sein Ziel ist es, die Forschungsaktivitäten der Teiilnehmer in gemeinsamen Themen zu fokussieren, zusammen Forschungsprojekte zu entwickeln und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Er möchte dazu beitragen, den wissenschaftlichen Austausch über die Landesgrenzen hinweg zu intensivieren, um dadurch den Blick auf die gemeinsame europäische Geschichte zu schärfen.

PR Inside, 22.10.2009: Forschungsverbund Europäische Zeitgeschichte gegründet engere Kooperation und Vernetzung der Forschungsaktivitäten und der Nachwuchsförderung geplant

Netzwerk:

Österreichisch-Russische Historikerkommission

Die Österreichisch-Russische Historikerkommission wurde 2007 von den Außenministern Dr. Ursula Plassnik und Dr. Sergej Lawrow initiiert. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die österreichisch-russischen bzw. österreichisch-sowjetischen Beziehungen im 20. Jahrhundert im Geiste der Offenheit und Objektivität wissenschaftlich aufzuarbeiten. Sie soll dazu beitragen, den Zugang von Forschern des jeweils anderen Landes zu Archivalien und Bibliotheksbeständen zu erleichtern. Wichtige historische Themen sollen von Experten beider Länder gemeinsam erforscht und die Ergebnisse im Rahmen gemeinsamer wissenschaftlicher Konferenzen und Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ko-Vorsitzende der Österreichisch-Russischen Historikerkommission sind Prof. Dr. Stefan Karner, Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung in Graz und Prof. Alexander Tschubarjan, Direktor des Instituts für Allgemeine Geschichte der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Projekt:

Herbert P. mit seiner Mutter, um 1947. Vater Nikolaj erfuhr nichts von der Geburt des Kindes. (© bsm)

 

"Verbotene Liebe"

Mehr als 60 Jahre nach Kriegsende suchen Kinder von Besatzungssoldaten in Österreich und Deutschland nach ihren Wurzeln. Viele der „Besatzungskinder“ haben ihr Leben lang unter Diskriminierungen gelitten. Bis heute stellt das hoch emotional besetzte Thema in den Familien oft noch ein Tabu dar. Trotz des Widerstandes in den eigenen Familien und der häufig nur rudimentären Informationen gelingt es in manchen Fällen, Spuren des Vaters zu finden.

Reinhard Heninger fand im Juni 2007 seine beiden russischen Halbgeschwister über die Sendung „Zhdi menja“ ("Warte auf mich“). (© bsm)

Barbara Stelzl-Marx, „Russenkinder“. Besatzung und ihre Kinder. pdf-Dokument (34 kb)
Barbara Stelzl-Marx, Freier und Befreier. Zum Beziehungsgeflecht zwischen sowjetischen Besatzungssoldaten und österreichischen Frauen. pdf-Dokument (632 kb).

„Die Kinder der Besatzung“. Eine Reportage von Otto Klambauer, Kurier, 19.6.2005: pdf-Dokument (1,6 MB).
„Warte auf mich". Eine Reportage von Irina Repke und Peter Wensierski, DER SPIEGEL (32/2007), 6.8.2007.
„Am Schauplatz“, 29.6.2007, ORF. Eine Reportage von Doris Plank.
„Zhdi menja“, VID, Sendetermin: 9.7.2007 und 10.9.2007.
Eisenerzer fand seine Schwestern in Russland, Kleine Zeitung, 21.12.2007.
Abstract der session "Analysing children born of war across time, nations and disciplines", European Survey Research Association, Warsaw PL

Webitpp: Children born of war

 


Last update: 29.06.2010
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